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Start-up gründen: 10 Schritte, um dein Business zu starten

Auch Einhörner haben mal klein angefangen. Als das damalige Start-up Shazam an den Start ging, gab es nicht mal Smartphones! Jeder startet bei Null. Wir zeigen, wie ihr ein Start-up gründet und mit eurer Geschäftsidee durchstartet.

Wenn es heißt: „Das hat doch keine Zukunft", ist es der richtige Weg.

Dipl.-Ing. Tim Bögel, Gründer KRONOS (Top 50 Start-ups 2020)

1. Problem & Lösung

Der Grundstein erfolgreicher Start-ups ist eine tolle Geschäftsidee, hinter der ein echter Bedarf steht. Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Gründung besteht also in der Ideenfindung.

Vom Pitch Deck der Profis inspirieren lassen

Jede Idee lässt sich auf zwei Grundpfeiler herunterbrechen: Problem und Lösung. Dieser Gedanke hilft, die Idee weiterzuentwickeln und zu verfeinern. Auf dem Slide des Pitch Decks von Airbnb seht ihr, wie simpel der Kern der Idee hinter der Start-up-Gründung ist:

Pitch Deck: Problem & Lösung
Pitch Deck von Airbnb: Die Geschäftsidee heruntergebrochen auf das Minimum.

Von der Idee zum Geschäftsmodell

Steht die Idee, geht es darum, diese zu verfeinern und aufs nächste Level zu heben: aus der Idee wird ein Geschäftsmodell. Das gelingt mit dem Business Model Canvas. Ihr haltet relevante Aspekte wie Nutzen, Zielkunden und wofür diese zahlen (Monetarisierung) fest. Entweder startet ihr mit Post-its, einem großen Blatt Papier oder mit einem Online-Tool.

Start-up gründen: das Geschäftsmodell hilft
Ein Business Model Canvas geht auf Erfolgsfaktoren einer Geschäftsidee ein, damit ihr erfolgreich euer Start-up gründen könnt.

Podcast-Tipps zum Thema Geschäftsidee

2. Dein Team – wichtiger als die Idee

Von Investoren ist häufig zu hören, dass das Team bei der Gründung eines Start-ups wichtiger ist als die Idee. „Ein erstklassiges Gründerteam wird auch eine mittelmäßige Geschäftsidee zum Erfolg führen. Dagegen scheitert ein mittelmäßiges Team oft mit einer erstklassigen Idee“, meint etwa Frank Müller, Geschäftsführendes Mitglied bei Business Angels FrankfurtRheinMain.

Das Team bildet die Schultern, auf denen das Start-up später getragen wird. Achtet darauf, dass a) ihr euch zwischenmenschlich gut versteht und b) sich eure Kompetenzen und Erfahrungen ergänzen. Natürlich sind die wenigsten Start-ups von Anfang an in puncto Fähigkeiten komplett ausgeglichen, jedoch könnt ihr euren Status Quo analysieren und gezielt nach weiteren Puzzlestücken bzw. Mitgründern für euer Team suchen.

„Das allerwichtigste am Gründen ist das Team. Von Anfang an muss man hervorragende Talente auf jeder Position haben. Dann kann man alles schaffen", heißt es etwa von LiveEO (Top 50 Start-up 2018).

TIPP

In unserem umfangreichen Know-how-Bereich findet ihr Dutzende von Artikeln zu allen Aspekten der Gründung von Start-ups und wie ihr euer Unternehmen zum Erfolg führt.

Zum Know-how-Bereich

Verschiedene Skillsets ergänzen sich

Ideal ist es, wenn das Gründerteam wichtige Kernkompetenzen abdeckt:

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • Vertrieb & Marketing
  • Technik

Dazu kommen Soft Skills wie Leadership, Konfliktmanagement, Risikobereitschaft und noch viele Dinge mehr, die einen tollen Gründer ausmachen.

3. Netzwerken, Baby!

Ihr habt eine Idee und ein hochmotiviertes Gründungsteam – dann taucht ab in die Start-up-Szene. Je besser euer Netzwerk aufgestellt ist, desto höher fallen die Chancen aus, dass sich darunter jemand findet, der euch aktiv unterstützt. Ob Inkubator, Gründungszentrum an der Hochschule, Gründerwettbewerb oder oder oder. Vor eurer Haustür tut sich einiges. 

Ob Mobilität, KI oder Green Economy – wir stellen euch wichtige Anlaufstellen und Netzwerke in den Bereichen vor, die die Start-up-Welt von heute bewegen.

Schwerpunkt finden

Ihr wollt eure Idee pitchen? Euren Businessplan präsentieren? Oder mit euren Erfolgen punkten? Dann findet den Wettbewerb, der zu euch passt.

Wettbewerb finden

Von Nord nach Süd und von West nach Ost: Wir stellen euch Netzwerke, Ansprechpartner und Initiativen, die Gründer unterstützen, in allen Bundesländern vor.

Lokale Netzwerke

Die besten Events für Start-ups

Die meisten Veranstaltungen mit Start-up Fokus finden derzeit online statt und können bequem aus eurem Wohnzimmer gestreamt werden.

Event Für wen? Wo?
Bits & Pretzels Innovative Start-ups München
NOAH Digitalwirtschaft Berlin
Pirate Summit Innovative Start-ups Köln
Pitchclub

Innovative Start-ups auf Investorensuche (Pitching-Event)

Frankfurt
Startupnight Start-ups auf Investorensuche (Pitching-Event) Berlin
Tech Open Air Tech, Musik, Wissenschaft und Kunst Berlin
Waterkant Innovative Start-ups Kiel
Venture Day

Start-ups aus dem IT-, Web- und Software-Bereich

Karlsruhe

4. Lean Start-up gründen: Build-Measure-Learn

Mit dem Lean Start-up Ansatz nach Eric Ries halten innovationsgetriebene Unternehmen die Produktentwicklung schlank und sparen Kosten und Zeit. Fokus ist das Minimum Viable Product (MVP), das die Mindestanforderungen an das Endprodukt aufweist und durch Kundenfeedback optimiert wird. Die Schleife Build, Measure, Learn wird so oft wiederholt, bis das Produkt marktfähig und massentauglich ist. Mit dem MVP-Ansatz könnt ihr bei der Start-up-Gründung schnell erste Erfolge und den Proof of Concept erzielen.

Sobald das MVP funktioniert, rein in den Markt damit. Es dauert lang genug, bis das Geld kommt.

Pascal Milfeit, CEO Abcalis (Top 50 Start-up 2020)

Berühmte Vorbilder für die MVP-Strategie

Unternehmen, die es mit einem MVP bis ganz nach oben geschafft haben, sind bspw. Dropbox, Uber, Twitter, Airbnb und Android. Wer mit einem MVP erste Erfolge erzielen will, muss dafür sorgen, dass in jeder Measure-Build-Learn Schleife ein brauchbares, nützliches und funktionsfähiges Produkt herauskommt:

Rafa Pulido, MVP (Medium.com)
Quelle: Rafa Pulido, The MVP: Start small and iterate @ Medium.com

Best Practice MVP: Dropbox

Obwohl das Dropbox-Video schon ziemlich alt ist, zeigt es eindrucksvoll, wie ein Minimum Viable Product Start-ups hilft, die Idee voranzutreiben und zu optimieren.

5. Intellectual Property sichern

Wie kam Apple-Gründer Steve Jobs ausgerechnet auf den Namen „Apple"? Wie wurde aus „Kleinweich" (also Microsoft) einer der Marktführer für Betriebssysteme? Der Name ist das A und O eures Start-ups. Oder glaubt ihr, dass es ein Business mit dem langen Namen „Small Parts Building Company" auf dem internationalen Markt weit bringen wird?

Während ihr euer MVP also weiter vorantreibt, kümmert euch bereits um die Sicherung der Intellectual Property (IP) eurer Start-up-Gründung. Dazu zählen gewerbliche Schutzrechte wie der Marken- oder Patentschutz, eingetragene Designs und auch euer Firmenname. Da Schutzrechte ganz schön ins Geld gehen können, gibt es vom Staat einige Fördergelder, die ihr mitnehmen könnt, wie etwa die Wipano Förderung für Patente.

Den perfekten Firmennamen finden

Online-Marketing und SEO-Experte Neil Patel erklärt kurz und knackig, wie ihr einen Firmen/Markennamen findet, der zu euch, eurer Idee und eurer Zielgruppe passt:

6. Zahlen, bitte

Ein Hockey Stick-Chart (der also erst flach verläuft und dann stark ansteigt) mag einfach zu konstruieren sein. Investoren schauen jedoch nicht nur, dass die Zahlen in die richtige Richtung gehen, sondern prüfen euer Modell im Detail. Passen die Formeln? Sind die Annahmen realistisch? Was kostet ein Kunde? Wie entwickeln sich die KPIs?

Die Gretchen-Frage lautet: Welchen Kapitalbedarf schätzt ihr und was halten Investoren für realistisch? Um bei der Frage der Unternehmensbewertung sattelfest zu diskutieren, muss euer Finanzplan durchdacht und detailliert sein.

TIPP

Statt euren Finanzplan mühsam mit Excel aufzubauen, nutzt einen Online-Finanzplan.

Mehr zur Online-Finanzplanung

Zusätzlich zum Finanzplan spart bitte auch nicht am Businessplan. Im Businessplan entwickelt ihr euer Geschäftsmodell aus dem Build-Measure-Learn-Zyklus weiter. In den Businessplan fließen auch Überlegungen ein, welche rechtliche Struktur euer Start-up haben soll. Die meisten Start-ups gründen eine GmbH oder (wenn weniger Kapital vorhanden ist) eine UG. Am einfachsten erstellt ihr den Businessplan mit einem Online-Tool.

7. Pitch it!

Deutsche Start-ups müssen häufig viele Pitches absolvieren, bis jemand anbeißt. Das sah auch bei den ganz Großen nicht anders aus: Die Google-Gründer, die damals weniger als 1 Mio. Dollar für ihr Business verlangten, wurden bei Pitches abgelehnt und gehören jetzt zu den erfolgreichsten Unternehmern weltweit. Medium.com, eine der größten Plattformen für Texte aller Art, wurde 173 mal abgelehnt, bevor es zum Erfolg kam. Und auch die Gründer von Airbnb sind zunächst bei einer Reihe prominenter Venture Capitalists abgeblitzt. Mittlerweile haben sie einen erfolgreichen IPO hingelegt.

Start-ups mit innovativen Ideen haben meist vielerlei Möglichkeiten, an Kapital zu kommen – von Business Angels über Venture Capital, Crowdfinanzierungen bis hin zu klassischen Bankkrediten ist alles möglich. Um Investoren neugierig zu machen, hilft ein Pitch Deck. Mit diesem brecht ihr eure Geschäftsidee so weit wie möglich herunter, um diese in wenigen Minuten zu präsentieren. So hat es Tinder (damals noch MatchBox) mit seinem Pitch Deck geschafft, die Investoren zu überzeugen:

Proof of Concept: funktioniert eure Idee?

Stellt ihr euch bei Venture Capitalists oder Business Angels vor, steht meistens die Frage nach dem Proof of Concept im Raum. Konntet ihr mit eurem MVP bereits erste Erfolge erzielen oder in einem lokalen Markt Kunden gewinnen, seid ihr auf einem guten Weg.

Das Einmaleins der Start-Up Finanzierungen

Rose Cayasso (Caya), CEO und Co-Founder von Slidebean, erklärt, worauf es beim Thema Finanzierung für Start-ups ankommt:

8. Achtung Langeweile: Bürokratie

Auch der formale Gründungsprozess muss erledigt werden, wenn ihr ein Start-up gründen wollt. Recherchiert, welche Genehmigungen und Anforderungen ihr erfüllen müsst, um zu starten.

Zudem stehen zum Start einige Behördengänge an. Wenn ihr wie die meisten Start-ups mit einer Kapitalgesellschaft loslegt, ist der erste Schritt der Gang zum Notar. Das weitere Prozedere umfasst die Gewerbeanmeldung, die Meldung beim Finanzamt sowie bei IHK/HWK und Berufsgenossenschaften. Alle Schritte findet ihr auf einem Blick im Gründungscockpit des Software Unternehmerheld.

9. Launch & Growth

Euer Unternehmen ist ready! Das heißt, dass ihr spätestens jetzt damit beginnen solltet, ein umfangreiches Marketingkonzept zu erstellen, eure Brand zu stärken und die ersten Kunden an Land zu ziehen. Euer Ziel ist, nicht nur wahrgenommen zu werden, sondern aus der Masse der Unternehmen herauszustechen. Dafür es wichtig, dass ihr eure Marke etabliert. Zauberwort vieler Start-ups nach der Gründung lautet Skalierung. In der Theorie ist Skalierung mit einer hohen Profitabilität verbunden. Doch nicht alle Geschäftsmodelle „skalieren". Ein Faktor bei der Skalierung ist die Eroberung neuer Märkte im Ausland − also die Internationalisierung eures Unternehmens.

Zum Thema Wachstum können wir besonders „Blitzscaling", die Bibel für wachstumsorientierte Start-ups, von Reid Hoffman empfehlen. Weitere Buchtipps für euer Start-up findet ihr in unserem Bereich Ressourcen.

Growth Hacking

Neil Patel hat das Growth Hacking, eine Methode, schnell zu skalieren, wunderbar zusammengefasst:

10. SOS? Pivot it!

Wenn trotz einiger Build-Measure-Learn Runden und ausgefeiltem Marketing keine Umsätze erzielt werden, ist es vielleicht an der Zeit, dass innerhalb des Gründerteams ein Pivot diskutiert wird. So sollten Stellschrauben überprüft und angezogen werden – auch, wenn dies bedeutet, dass man vielleicht zurück auf Los muss.

Lesetipp

Etwa jedes dritte Start-ups scheitert in den ersten Jahren. Dabei geht es regelmäßig um die gleichen Gründe, die sich vermeiden ließen.

Immer weitermachen, umtriebig sein, nicht entmutigen lassen. Auf jeden Erfolg folgt ein Rückschlag. Das ist normal, es gehört dazu.

Julian Glaab, CEO von Bliq (Top 50 Start-up 2019)

Best Practice Beispiele für Pivots

Wer hätte gedacht, dass Nintendo früher in verschiedensten Branchen tätig war und sogar Love Hotels betrieben hat? Und auch bekannte Größen wie Instagram mussten pivoten, um weiterhin im Rennen zu bleiben. 

Unternehmen Ursprüngliches Geschäftsmodell Und jetzt?
Apple Verkauf von Computerzubehör Hardware- und Software-Gigant
Instagram Foursquare-Verschnitt: Teilen von Locations Größte Photosharing-Plattform weltweit
Nintendo Breitgefächertes Portfolio: Staubsauger, Instantreis, Love Hotels, Taxiunternehmen und Hersteller von Spielkarten Einer der größten Spielkonsolen- und Videospiel-Produzenten
Shopify Online-Verkauf von Snowboard-Equipment

Big Player im Website-Baukasten-Segment

Starbucks Verkauf von Kaffeebohnen und Espressomaschinen Coffeehouse-Kette, die an jeder Straßenecke zu finden ist
Suzuki Hersteller von Webmaschinen für die japanische Seidenindustrie Autohersteller
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