Die besten Top 50 Start-ups aus den vergangenen fünf Jahren

Mehrfachsieger, Erfolgsrezepte und Branchenherkunft: Wir haben die vergangenen fünf Top 50 Start-ups Jahrgänge analysiert.

Seit 2014/15 besteht jetzt schon das Top 50 Start-ups-Ranking, mit dem wir jährlich 150 bis 200 Gründerwettbewerbe in Deutschland auswerten. Doch der Blick auf die einzelnen Jahrgänge genügt nicht. Vielmehr zeigt eine Analyse der zurückliegenden Top 50 Start-ups-Jahrgänge, wer es mehrfach aufs Siegertreppchen geschafft hat, was der Preis für ein Start-up bringt und aus welchen Branchen die besten Start-ups stammen.

Die Mehrfachsieger bei den Top 50 Start-ups sind …

Ein Unternehmen hat es gleich dreimal in die fünf zurückliegenden Top 50 Start-ups-Jahrgänge geschafft: Physec, das 2016, 2018 und 2019 prämiert wurde. Damit gebührt dem Bochumer Start-up im Fünfjahresranking der erste Platz.

16 weitere Unternehmen haben es immerhin zweimal unter die Top 50 Start-ups geschafft. Aus dem Mittelwert konnten wir somit ein Langzeitranking errechnen. Beispielsweise eroberte der Zweitplatzierte Oculavis 2020 den ersten und 2019 den vierten Rang, womit sich rein rechnerisch ein Platz 2,5 ergibt. Entsprechend wurden auch die übrigen Platzierungen ermittelt.

Top 50 Start-ups Fünfjahresranking
Die Mehrfachpreisträger der Top 50 Start-ups von 2016 bis 2020

Was die Teilnahme an Wettbewerben bringt

Doch welchen Wert hat ein Platz auf dem Siegertreppchen der Gründerwettbewerbe überhaupt? Dazu haben wir den diesjährigen Sieger gefragt. „Awards erzielen eine gewisse Breitenwirkung bei allen Stakeholdern. Potenzielle Mitarbeiter, Kunden, Investoren, aber auch Politiker oder Netzwerke werden auf einen aufmerksam. Man könnte es als ungerichtete Marketingmaßnahme sehen. Zudem erzielen Awards auch eine gute Innenwirkung. Welcher Mitarbeiter möchte nicht bei einem innovativen Unternehmen arbeiten“, sagt Markus Große Böckmann von Oculavis in Aachen.

Der Effekt auf das Personalmarketing ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Schließlich entscheidet neben den Gründern die Qualität der ersten Mitarbeiter maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg eines Start-ups.

„Wir haben mehrere Bewerbungen mit Bezug zum Award erhalten; zudem mehrere Investorenanfragen. Durch die Awards, insbesondere den NRW Gründerpreis und den Top 50 Start-ups-Award, wurden zudem wieder TV-Stationen auf uns aufmerksam. Aus den TV-Berichten sind jetzt unmittelbar Kundenanfragen entstanden. Ein guter Kreislauf“, kommentiert Große Böckmann.

Wir haben mehrere Bewerbungen mit Bezug zum Award erhalten; zudem mehrere Investorenanfragen.

Markus Große Böckmann (Oculavis, Top 50 Start-up)

Mehrfachsieger überdurchschnittlich erfolgreich

Tatsächlich scheint ein Preis bei den Gründerwettbewerben ein gutes Indiz für die Erfolgs- und Überlebenschancen der prämierten Start-ups zu sein. Von den insgesamt 17 Unternehmen, die in mehreren Jahrgängen bei den Top 50 Start-ups prämiert wurden, existiert nur eines nicht mehr: Terraloupe.

Allerdings stellt auch dieser Fall eher ein Zeichen für Erfolg statt Misserfolg dar, denn der Entwickler von KI-Analysen für Luftbilder wurde im vergangenen Jahr von Edge Case Research aus Pittsburgh übernommen. Die 14 Mitarbeiter in München-Schwabing werden nach Unternehmensangaben weiterbeschäftigt.

Die Mitarbeiterzahl der Mehrfachsieger
Von Bliq waren keine Zahlen verfügbar und Terraloupe wurde verkauft.

Mehrfachsieger beschäftigen über 720 Mitarbeiter

Vom Wachstumspotenzial der Mehrfachsieger zeugt die Zahl der Mitarbeiter. Besonders erfolgreich scheint demnach Plantix aus Berlin zu sein. Das Agritech-Start-up beschäftigt nach eigenen Angaben bereits 177 Mitarbeiter in Deutschland und Indien. Hydrogenious Technologies aus Erlangen und inveox aus München kommen beide auf je rund 100 Mitarbeiter. Bei Cargonexx aus Hamburg sind es immerhin 80 und bei Oculavis 60 Mitarbeiter.

Insgesamt summiert sich bei den 17 Mehrfachsiegern die Mitarbeiterzahl auf mindestens 726 Beschäftigte, wobei Bliq keine Zahlen geliefert hat. Doch auch ohne Bliq beschäftigen die übrigen 16 Mehrfachpreisträger durchschnittlich 45 Mitarbeiter. Zum Vergleich: beim aktuellen Top 50 Start-ups-Jahrgang lag dieser Mittelwert erst bei zwölf Beschäftigten.

Unter den Branchen liegt Software vorn

Traditionell dominieren bei den Top 50 Start-ups die Firmenkundengeschäftsmodelle (B2B) mit rund 80 Prozent. Von den 17 Mehrfachpreisträgern stammen allein vier aus der Softwarebranche, jeweils drei aus den Bereichen Medizintechnik und Greentech/Agritech und zwei aus den Sektoren Künstliche Intelligenz und Mobilität. Die Fintech-Branche glänzt indes mit Abwesenheit.

Auf welchen Branchen die Mehrfachsieger stammen.

Wie Start-ups bei Wettbewerben punkten

Doch was müssen Start-ups-Founder anstellen, um bei den Wettbewerben zu reüssieren? „Man sollte es einfach probieren und seinen Businessplan regelmäßig weiterentwickeln. Mit dem richtigen Material kann man sich in der Regel ohne großen Aufwand bei solchen Wettbewerben bewerben“, rät Große Böckmann. „Ich würde definitiv einen guten Produktfilm empfehlen“, ergänzt er.

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