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Über 20 Inkubatoren und Acceleratoren, die Gründer kennen sollten

Wer als innovativer Gründer tatkräftige Unterstützung von Experten erfahren möchte, sollte die Bewerbung bei einem Inkubator und Accelerator in Betracht ziehen.

Bei der Umsetzung der eigenen Geschäftsidee gibt es viel zu beachten. Unerfahrene Start-up-Gründer können trotz einer großartigen Idee scheitern, da sie beispielsweise die Marktgegebenheiten falsch beurteilen oder der Zugang zu Lieferanten und Kooperationspartnern fehlt. Und dann gibt es da natürlich auch noch das liebe Geld, ohne das Gründer in der ertragsschwachen Anlaufphase geringe Chancen haben. In der ersten Finanzierungsphase helfen Acceleratoren und Inkubatoren.

Accelerator
Es geht immer noch ein wenig schneller. (Photo by Julia Joppien on Unsplash)

1. Inkubatoren und Acceleratoren unterstützen Start-ups in der Anfangsphase

Gründer, die mit einer innovativen Geschäftsidee noch ganz am Anfang stehen, können zu deren Finanzierung zwar auf einen Business Angel oder VC-Fonds zurückgreifen. Das eingebrachte Know-how und der Zugang zu einem nützlichen Netzwerk halten sich hier allerdings in Grenzen. Stattdessen empfiehlt es sich für Start-ups in der Anfangsphase, sich bei einem Inkubator oder einem Accelerator zu bewerben.

Zwar sind die Grenzen zwischen Acceleratoren (was soviel wie „Beschleuniger" bedeutet), Inkubatoren („Brutkästen") und Company Builder fließend, dennoch lassen sich einige Unterschiede festhalten:

  • Acceleratoren unterstützen Start-ups meist nur für drei bis sechs Monate in der Gründungsphase und beim Markteintritt. Dazu gibt es eine Kapitalspritze von wenigen 10.000 Euro, für die teilweise ein Anteil am Unternehmen verlangt wird, teilweise aber auch nicht.
  • Dagegen konzentrieren sich Inkubatoren auf einen längerfristigen Investitionshorizont und sind daher auch bereit, deutlich höhere Summen zu investieren.
  • Company Builder schaffen die Start-ups, in die sie investieren, gleich selbst und hoffen, dass einige davon erfolgreich abschneiden.

Sowohl Inkubatoren als auch Company Builder übernehmen Teile der operativen Geschäftsaufgaben der Start-ups wie Marketing, PR, HR oder die Buchhaltung, womit sich die Gründer voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Acceleratoren, Inkubatoren und Company Builder in Deutschland vor.

2. Accelerator-Programme in Deutschland

Bei einem Accelerator handelt es sich um eine Institution, die es einem Start-up ermöglicht, ein Accelerator-Programm zur „beschleunigten” Umsetzung und der Verbesserung der eigenen Geschäftsidee zu durchlaufen. Innerhalb eines festgelegten Zeitraums − häufig drei bis sechs Monate − werden die Start-ups intensiv von Experten bei der Ideenentwicklung und -umsetzung betreut. Häufig werden Büroräume und ein gewisses Grundkapital zur Verfügung gestellt. Für das Start-up ist solch ein Accelerator-Programm in der Regel kostenlos. Manchmal müssen jedoch kleine Anteile am Unternehmen an den Accelerator abgegeben werden. Meistens wird ein Accelerator von einem Konzern initiiert, um so die Nähe des Unternehmens zur Start-up-Szene zu ermöglichen.

agile accelerator

  • Betreiber: EON
  • Dauer: 3 Monate
  • Konditionen: 22.000 Euro
  • Fokus-Themen: Energie
  • Angebot: Mentoring/Training und Zugang zu Investoren. Büroräume in Düsseldorf, Berlin und Essen verfügbar. 

Zu EON Innovations

 

APX

  • Betreiber: Axel Springer und Porsche
  • Dauer: 3 Monate
  • Konditionen: 50.000 Euro für 5 Prozent der Anteile, später bis zu 500.000 Euro
  • Fokus-Themen: Über 20 verschiedene Branchen
  • Angebot: Zugang zu Experten, Mentoren und Investoren

Zu APX

 

DB mindbox

  • Betreiber: Deutsche Bahn
  • Dauer: 100 Tage
  • Konditionen: Variieren nach den jeweiligen Ausschreibungen. 25.000 Euro ohne Anteile.
  • Fokus-Themen: Technologien, Anwendungen und Geschäftsideen, die das Potenzial mitbringen, die Deutsche Bahn voranzubringen.
  • Angebot: Unterstützung von Start-up-Managern, Coaching, Coworking-Space.

Zu DB mindbox

 

German Accelerator

  • Betreiber: German Entrepreneurship, finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Dauer: individuell auf das jeweilige Unternehmen angepasst
  • Konditionen: kostenlos
  • Fokus-Themen: Start-ups, die den Markteintritt in die USA oder in Asien planen
  • Angebot: Büroräume vor Ort, Workshops, individuelles Mentoring durch Experten, ein breites Netzwerk von Geschäftspartnern und Investoren

Zu German Accelerator

 

Merck Accelerator

  • Betreiber: Merck
  • Dauer: 3 Monate
  • Konditionen: bis zu 50.000 Euro
  • Fokus-Themen: Healthcare, Life Science, Electronics, Liquid Biopsy, Clean Meat
  • Angebot: Individuelle Unterstützung und Coaching, Zugang zu Merck Innovation China Hub in Shanghai.

Zu Merck Accelerator

 

Microsoft ScaleUP Berlin

  • Betreiber: Microsoft
  • Dauer: 4 Monate
  • Konditionen: kostenlos
  • Fokus-Themen: Software-Start-ups
  • Angebot: Coaching, Zugang zu Software, Büroräume

Zu Microsoft ScaleUp

 

Next Media Accelerator

  • Betreiber: Rund 30 Medienunternehmen aus Deutschland und Österreich
  • Dauer: 6 Monate in Hamburg
  • Konditionen: 0 Euro für 3 Prozent der Anteile, 25.000 Euro für 5 Prozent der Anteile und 50.000 Euro für 10 Prozent der Anteile.
  • Fokus-Themen: Medien, Marketing
  • Angebot: Maßgeschneidertes Coaching, Kontakt zu 150 Experten, Medien und Investoren.

Zu Next Media Accelerator

 

Seven Accelerator

  • Betreiber: ProSiebenSat.1
  • Dauer: keine Angabe
  • Konditionen: 1,3 Mio. Euro für Werbung in TV, Online etc.
  • Fokus-Themen: Medien, Unterhaltung, E-Commerce, Internet der Dinge, Gesundheit, FinTech und Smart Home sowie im B2B-Bereich Ad-Tech und Onlinevideo.
  • Angebot: Büroräume, Coaching, Mentoring, Networking

Zu Seven Accelerator

 

SpinLab – The HHL Accelerator

  • Betreiber: Leipzig Graduate School of Management
  • Dauer: bis zu 6 Monate
  • Konditionen: bis zu 15.000 Euro
  • Fokus-Themen: Keine Einschränkungen
  • Angebot: Büroräume, Coaching, Mentoring, Networking

Zu Spinlab

 

TechFounders.com

  • Betreiber: Aldi Nord/Süd, Festo, Knorr-Bremse, Miele
  • Dauer: 20 Wochen
  • Konditionen: 25.000 Euro, ohne Beteiligung
  • Fokus-Themen: Tech
  • Angebot: Coaching/Mentoring, Büroräume, Zugang zum High-Tech-Workshop

Zu Techfounders

 

Wayra Germany

  • Betreiber: Telefónica
  • Dauer: keine Angabe
  • Konditionen: 25.000 Euro, keine Anteile
  • Fokus-Themen: Internet, Technologie, Cybersecurity, FinTech
  • Angebot: Büroräume in München, Treffen alle zwei Wochen, Coaching und Mentoring.

Zu Wayra Germany

 

Xcelenterpreteurs

  • Betreiber: Metro Group
  • Dauer: keine Angaben
  • Konditionen: keine Angaben
  • Fokus-Themen: Hospitality Tech, Retail Tech, Food Tech
  • Angebot: keine Angaben

Zu Xcelentrepreneurs

3. Die wichtigsten Inkubatoren in Deutschland

Ein Inkubator ähnelt einem Accelerator in vielen Punkten, manchmal ist eine Unterscheidung gar nicht möglich. Inkubatoren sind meistens auf einen längeren Zeitraum ausgelegt und die Summe des investierten Kapitals fällt in der Regel höher aus.

1st Mover

  • Betreiber: 1st Mover Management GmbH
  • Konditionen:  bis zu 100.000 Euro Frühphasenfinanzierung
  • Fokus-Themen: digitale Geschäftsmodelle
  • Angebot: Coaching, Mentoring, Hilfe bei der Investorensuche

Zu 1st Mover

 

DvH Ventures

  • Betreiber: Holzbrinck-Gruppe
  • Konditionen: 500.000 bis 2 Mio. Euro Investment
  • Fokus-Themen: Digital Health, Education, Financial Services, Digital Innovations
  • Angebot: Management-Beratung, Zugang zu Investorennetzwerk, Zugang zu Medien der Holzbrinck-Gruppe (Media-for-Equity-Program)

Zu DvH Ventures

 

hub:raum

  • Betreiber: Deutsche Telekom
  • Konditionen: bis zu 300.000 Euro
  • Fokus-Themen: Telekommunikation, Künstliche Intelligenz, Internet of Things 
  • Angebot: Coworking Space, Zugang zu Daten und Dienstleistungen der Telekom

Zu hub:raum

 

Main Incubator

  • Betreiber: Commerzbank
  • Konditionen: 250.000 bis 2 Mio. Euro
  • Fokus-Themen: FinTech, Big Data, Künstliche Intelligenz und Internet of Things
  • Angebot: Büroräume, Unterstützung bei der Projektentwicklung, Beratung und Zugang zum Netzwerk

Zu Main Incubator


Project A Ventures

  • Betreiber: keine Angaben
  • Konditionen: Seed und Series A-Finanzierung von 1 bis 8 Mio. Dollar (850.000 bis 680.000 Euro)
  • Fokus-Themen: digitale Innovationen
  • Angebot: Unterstützung in Marketing, Development, Vertrieb, Kommunikation, Recruitment und Data Science.

Zu Project A-Investors

RootCamp

  • Betreiber: SpinLab – The HHL Accelerator & K+S
  • Dauer: 3 bis 12 Monate
  • Konditionen: 10.000 bis 50.000 Euro
  • Fokus-Themen: AgriFood Tech
  • Angebot: Top Level Know-How, Netzwerk, 24/7 Office Zugang, flexibles Programm, Coaching & Mentoring, Pilot Projekt

Zum RootCamp

4. Hochschul-Inkubatoren als Alternative

Für Studenten und Unimitarbeiter lohnt sich ein Blick auf Hochschul-Inkubatoren, von denen ihr einige in unserem Hochschulbereich findet. Möchtet ihr mit deutlich mehr Kapital richtig durchstarten, dann könnte ein Business Angel oder ein Venture Capital-Fonds der richtige Ansprechpartner sein. Nutzt zur Investorenansprache ein Pitch Deck, das viele Kapitalgeber sogar dem Businessplan gegenüber bevorzugen.

5. Company Builder stark im Kommen

Zuletzt haben viele Inkubatoren ihr Geschäftsmodell angepasst, indem sie ihren Fokus auf den Aufbau eigener Unternehmen gesetzt haben: Also mehr eigene Ideen umsetzen und mehr eigene Mitarbeiter in die entsprechenden Geschäftsführerpositionen entsenden. Man kann sich bei einigen dieser sogenannten Company Builder mit seiner Idee zwar immer noch bewerben, allerdings fällt die Entscheidungsfreiheit für die Gründer hier deutlich geringer aus, da ein großer Teil der Unternehmensanteile abgegeben werden muss.

Finleap

Bei Finleap handelt es sich um einen Berliner Company Builder, der auf FinTechs spezialisiert ist. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als größten FinTech Hub in Europa. Zum Kreise der Investoren gehören u.a. talanx, Hannover Rück, Deutsche Börse, Visa und ING.

Zu Finleap

 

Hanse Ventures

Hanse Ventures ist ein Company Builder aus Hamburg. Das Unternehmen nimmt jährlich drei Start-ups auf, beschäftigt über 500 Mitarbeiter in seinen Portfolio-Unternehmen und hat über 80 Finanzierungsrunden gestemmt. Hanse Ventures bietet ein Produktteam, ein Marketing Team, ein Business Intelligence-Team und ein HR-Team.

Zu Hanse Ventures

 

Otto Group Digital Solutions

Bei Otto Digital Solutions handelt es sich um die Holding der Otto-Group für digitale Dienstleistungen. 

Zu Otto Group Digital Solutions

 

Rocket Internet

Rocket Internet wurde 2007 von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründet und ist ein Schwergewicht im deutschen Internetgeschäft.

Zu Rocket Internet

 

Team Global

Team Global ist das Unternehmen von Lukasz Gadowsky, das aus dem ehemaligen Team Europe hervorgegangen ist. Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Mobility, Clean Aviation und Clean Energy. 

Zu Team Global

6. Fazit: Gute Alternative zu anderen Frühfinanzierungen von Start-ups

Acceleratoren und Inkubatoren stellen eine gute Möglichkeit dar, um die Frühfinanzierung eines Start-ups mit Coaching und Mentoring zu verbinden. Damit stellen sie eine gewisse Alternative zu Business Angels dar. Überdies gehen immer mehr dieser Einrichtungen dazu über, ihre Start-ups langfristig zu begleiten und zu finanzieren. Eine gute und womöglich günstigere Alternative stellen die hochschuleigenen Inkubatoren dar. Diese sind besonders für diejenigen Gründer eine gute Anlaufstelle, die direkt von der Uni kommen. Doch wie ansonsten auch gilt es darauf zu achten, nicht zu früh zu viele Anteile am eigenen Unternehmen abzugeben. Das stößt spätere Investoren ab und kann Gründer um die Früchte ihrer Arbeit bringen.

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