NRW.Bank will bis zu 300 Mio. Euro in Start-ups pumpen

Gründliche Neuaufstellung der landeseigenen Venture Capital-Förderung angekündigt. NRW bläst zum Angriff auf Berlin und München.

Die NRW-Bank stellt ihre Venture Capital-Förderung neu auf und will u.a. bis zu 300 Mio. Euro in nordrhein-westfälische Start-ups pumpen. So wird die landeseigende Förderbank ihr Engagement in Venture Capital-Fonds von Drittanbietern von derzeit 100 auf 150 Mio. Euro aufstocken.

NRW.Bank Venture Capital
Michael Stölting (Vorstand NRW.Bank), Andreas Pinkwart (NRW-Wirtschaftsminister) und Irina Staatz-Grantzer (Staatz Business Development & Strategy).

Auf jeden Euro Förderung kommen 4,90 Euro privater Investoren

Laut dem Vorstandsmitglied der NRW-Bank Michael Stölting werden durch die Fördermittel private Investitionen in deutlich größerer Höhe ausgelöst. „Der aktuelle Hebel liegt bei 4,9. Jeder Euro von uns wird also um 4,9 Euro von privaten Investoren erhöht“, sagte Stölting bei der Vorstellung der Neuausrichtung der Venture Capital-Förderung der NRW.Bank. Auf die zusätzlichen 50 Mio. Euro für die Drittmittelfonds kämen somit rein rechnerisch 245 Mio. Euro von privaten Investoren, womit sich zusätzliche Mittel von etwa 295 Mio. Euro für die Start-ups in Nordrhein-Westfalen generieren ließen.

Gründung eines vierten VC-Fonds geplant

Doch auch die Finanzierungsmöglichkeiten der drei existierenden eigenen Venture Capital-Fonds der NRW.Bank seien noch nicht ausgeschöpft, weshalb das Förderpotenzial eigentlich noch höher ausfalle. Außerdem plane die Bank die Auflage eines vierten Venture Capital-Fonds mit einem Volumen von mindestens 100 Mio. Euro. Diese Pläne stünden indes noch unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien. Insgesamt strebt die Bank laut Stölting mittelfristig eine „Verdoppelung“ ihrer Start-up-Förderung an.

Abläufe sollen schneller und agiler werden

Weiter hat die NRW.Bank ihre eigenen Abläufe „verschlankt“, wodurch die Entscheidungsprozesse deutlich „agiler“ werden sollen. So könnten die Investmentmanager beispielsweise bei der Nachfinanzierung bewilligter Förderungen über die Freigabe von Mitteln von bis zu 3,5 Mio. Euro künftig selbständig entscheiden. Die Bank wolle ein neues „Mindset“ in der Venture Capital-Finanzierung der Bank verankern, um so den Start-up-Standort voranzubringen.

Beirat soll für neuen „Mindset“ in der Bank sorgen

Dazu wird die Bank einen sechsköpfigen „Venture Capital Circle“ einrichten, der die Bank fortan bei ihren Investmentstrategien im Venture Capital-Geschäft berät. Dieser Beirat besteht u. a. aus Experten aus den Bereichen Life Sciences, Clean Tech, IT und Technologie.

Dem Beirat gehören Timo Bartell, Deputy Head Asset Management der RAG-Stiftung, Michael Brandkamp, General Partner des European Circular Bioeconomy Fund, Rainer Christine, Partner bei Earlybird Health, Christian Siegele, Mitbegründer von Capnamic Ventures, Irina Staatz-Granzer, Inhaberin von Staatz Business Development & Strategy, sowie Sven Weber, Managing Principal bei Knightsbridge Advisers, an.

NRW bläst zum Angriff auf Berlin und München

Mit der Initiative will Nordrhein-Westfalen zu den Venture Capital-Zentren in München und Berlin aufschließen. „Wir werden noch etwas Zeit brauchen, um im Venture Capital zu Berlin und München auf eine Augenhöhe zu gelangen“, kommentierte Stölting.

Mit der Umstrukturierung der Venture Capital-Förderung der NRW.Bank will die Landesregierung das Start-up-Ökosystem deutlich voranbringen. „Wir wollen uns zu den Top 10-Standorten in Europa entwickeln“, gab NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die Marschrichtung vor.

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