Von wegen Titanic: Keine fünf Prozent der Top 50 Start-ups gehen unter

Seit 2016 existieren noch rund 95 Prozent der Top 50-Preisträger. Das ist weit überdurchschnittlich.

Der Aufbau eines Start-ups ist ein aufregendes Geschäft. Im Erfolgsfall winken Ruhm und Geld, im Misserfolgsfall Insolvenz und Liquidation. Allerdings ist gar nicht einfach herauszubekommen, wie viele Gründer mit ihren Ideen auf der Strecke bleiben.

Die Erfolgsquote der Top 50 Start-ups

Laut KfW müssen 30 Prozent der Gründer aufgeben

Auch die KfW, die in der Gründungsförderung eine große Rolle spielt, besitzt hierzu keine genauen Statistiken. „Bei Existenzgründungen allgemein wissen wir aber, dass nach drei Jahren etwa 30 Prozent wieder vom Markt verschwunden sind. Im Vergleich dazu haben Start-ups aufgrund ihrer Innovations- und Wachstumsorientierung grundsätzlich ein höheres Risiko. Um wie viel genau höher, können wir aber nicht sagen“, heißt es von der bundeseigenen Bank.

Nach einer Faustformel aus dem Venture Capital-Bereich würden von zehn Direktinvestitionen fünf verlustbringend enden, drei das eingesetzte Kapital einspielen und zwei auf einen wirtschaftlich erfolgreichen Exit hinauslaufen. „Diese Faustformel ist aber wiederum nicht ohne Weiteres auf alle Start-ups übertragbar, sondern hängt von verschiedenen Faktoren wie dem konjunkturellen Umfeld, Branchenzyklen u. a. ab“, schränkt die KfW ein.

Besseres Ökosystem erhöht Überlebenschancen

In der Vergangenheit sei so manches Start-up auch an fehlenden Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten in Deutschland gescheitert. Doch das „Ökosystem“ habe sich in den zurückliegenden Jahren ebenso verbessert wie Erfahrung und Expertise der Marktteilnehmer und Investoren. „Ohne also quantitative Angaben zu machen, halten wir es für plausibel, dass sich die Bestandsfestigkeit bzw. Überlebens-Chancen von Start-ups in den vergangenen Jahren verbessert haben“, meint die KfW.

Bei Existenzgründungen allgemein wissen wir aber, dass nach drei Jahren etwa 30 Prozent wieder vom Markt verschwunden sind.

KfW

Fast alle Top 50 Start-up-Preisträger gibt es noch

Umso erstaunlicher fällt die Erfolgsquote der Top 50 Start-ups aus den zurückliegenden fünf Jahrgängen aus. Demnach gab es zwischen 2016 und 2020 insgesamt 250 Preisträger. Da es hierbei ein Unternehmen dreimal und 16 Unternehmen zweimal unter die Preisträger geschafft haben, verringert sich die Gesamtzahl auf 232 Start-ups. Umgekehrt sind lediglich elf der prämierten Unternehmen seit 2016 verschwunden.

Allerdings gehört dazu auch Terraloupe aus München. Der Spezialist für die Auswertung von Luftbildern mittels künstlicher Intelligenz wurde im vergangenen Jahr über einen Asset Deal inklusive aller 14 Mitarbeiter vom amerikanischen Konkurrenten Edge Case Research aus Pittsburgh übernommen. Der Verkauf von Terraloupe stellt also ebenfalls eine Erfolgsgeschichte dar.

Top 50 Start-ups deutlich über Marktdurchschnitt

Mithin existieren von den 232 genannten Unternehmen nur zehn nicht mehr, was eine Überlebensquote von gut 95 Prozent oder eine Untergansquote von keinen 5 Prozent entspricht. Obgleich diese Zahl in den kommenden Jahren zweifellos steigen wird, dürften die Überlebenschancen der Top 50 Start-ups deutlich über der „Faustformel“ liegen, wie sie die KfW benennt. Mithin stellt die Aufnahme in die Top 50 Start-ups einen guten Indikator für die Erfolgschancen eines Wachstumsunternehmens dar.

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