Von Produktentwicklung bis Fachkräftemangel: Herausforderungen der Top 50 Start-ups im Jahr 2018

Flexibilität, Freiheit, Selbstverwirklichung: Begriffe wie diese fallen im Zusammenhang mit dem Schritt in die berufliche Selbständigkeit sehr oft.

Den vielen positiven Aspekten, die eine Gründung mit sich bringt, stehen jedoch auch – insbesondere im Zuge des Wachstums – Herausforderungen entgegen. Welche sind das bei den Top 50 Start-ups 2018? Um das herauszufinden, haben wir die Unternehmen in einer Umfrage nach den drei größten Herausforderungen gefragt, die sie im Zuge ihres Erfolges und Wachstums begleiten.

Die Haupt-Herausforderungen

An erster Stelle stand hierbei am häufigsten die Produktentwicklung: 23 Prozent nannten diese auf Platz 1, direkt gefolgt von Personalrecruiting (19 Prozent), der Finanzierung (15 Prozent) und der Kundenakquisition (11 Prozent). Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man auf alle insgesamt 150 genannten Wachstumsherausforderungen blickt – selbst die erfolgreichsten Start-ups haben es demnach nicht immer ganz leicht. Wir wagen einen genaueren Blick.

Die Wachstumsherausforderungen der Top 50 Start-ups 2018

Vom MVP zum fertigen Produkt

Aufgrund des jungen Alters der befragten Start-ups – 38 hiervon wurden 2017 oder später ins Leben gerufen oder planen die formale Gründung erst noch – ist es wenig überraschend, dass das perfekt ausgereifte Produkt noch nicht überall auf dem Tisch liegt. Viele Unternehmen starten mit einem sogenannten Minimum Viable Product (MVP), also dem Produktentwurf, den es minimal braucht, um ihn auf dem Markt anbieten zu können. Erst danach geht es dann um die Entwicklung der Serienreife.

Entwicklungstempo

Das Thema Geschwindigkeit spielt hierbei natürlich eine große Rolle. Mit Blick auf die Komplexität der Produkte und Dienstleistungen, die die Top 50 Start-ups entwickeln oder entwickelt haben, liegt die Herausforderung Schnelligkeit nahe. Vermutlich können die Jungunternehmen, oftmals aufgrund finanziell begrenzter Möglichkeiten und personellen Kapazitäten, nicht so schnell voranschreiten, wie sie es sich wünschen würden. Ein Grund, weshalb 64 Prozent der Top 50 Start-ups angaben, für 2019 frisches Kapital zu suchen? Die Begründung läge nahe. Doch dazu später mehr.

Rechtliche Standards und Expansion

Neben den häufiger genannten Herausforderungen ist es spannend zu sehen, dass viele Unternehmen mit rechtlichen Themen zu kämpfen haben. So wurden insbesondere die Zertifizierung, die Einhaltung gewisser Standards und neue Regularien als weitere Hürden genannt. Außerdem bereitet die Expansion in neue Märkte vielen der Top 50 Startups Kopfzerbrechen. Genannt wurden zudem Probleme mit der Infrastruktur (insbesondere was die Skalierung angeht) sowie die Organisation bzw. das Management des Unternehmens.

Immerhin 3 Prozent der genannten Herausforderungen fallen übrigens auf die richtige Wahl bzw. das Finden von geeigneten Kooperationspartnern, beispielsweise für die Produktion.

Die wichtigsten Zielmärkte für die Top 50 Start-ups 2018:

Und dann war da noch der Fachkräftemangel

66 Prozent aller Top 50 Start-ups finden es schwierig, neues Personal zu akquirieren. Weitere 6 Prozent finden es sogar „sehr schwierig“. Sprich: fast Dreiviertel aller Unternehmen haben echte Probleme damit, geeignete Mitarbeiter zu finden. Dabei wurden vor allem die hohe Konkurrenz mit bestehenden, größeren Unternehmen sowie der generelle Mangel an qualifizierten Fachkräften als Gründe genannt. Im Fokus hierbei immer wieder: Entwickler.

Neben der Tatsache, dass es schwer ist, überhaupt Mitarbeiter zu finden, stellen die damit verbundenen finanziellen Aspekte für viele unserer Top 50 Start-ups ein Problem dar. Sehr hohe Gehaltsvorstellungen sowie die enormen Kosten für die Rekrutierung wurden als Herausforderung erwähnt. Oftmals bringen die Bewerber aber auch einfach nicht die geeigneten Qualifikationen mit – insbesondere für technologieorientierte Start-ups ist das ein herausstechender Aspekt.

14 Prozent der Start-ups sehen die Reputation von Start-ups als Grund dafür, dass sie es schwer haben, Mitarbeiter zu finden. Bei 7 Prozent scheiterte es bereits an der Teamfähigkeit, schließlich muss die Chemie am Ende stimmen.

Aber nicht alle Start-ups klagten über dieses Thema. 18 Prozent der Befragten finden es vergleichsweise einfach, neues Personal zu finden. Die Spannweite scheint groß. Sicherlich spielen bei der Antwort dieser Frage eine Kombination aus Standort, Bekanntheit, Branche, Budget und Fachrichtung eine entscheidende Rolle. Hierdurch konnten keine Rückschlüsse auf einen konkreten Zusammenhang gezogen werden, welche Start-ups mehr oder weniger mit dem Teamaufbau zu kämpfen haben.

Finanzierung als Lösung?

64 Prozent, also insgesamt 32 der Top 50 Start-ups 2018, planen in diesem Jahr eine Finanzierungsrunde. 72 Prozent hiervon wollen eine Million Euro oder mehr Kapital aufnehmen. Fünf Start-ups planen sogar eine Finanzierung von über fünf Millionen Euro.

Gesucht wird insgesamt eine Summe von 85 bis 100 Millionen Euro. Das Thema Wachstumskapital wird also im Jahr 2019 bei unseren Top 50 Startups, aber auch ganz allgemein in Deutschland, ein großes Anliegen bleiben. Mit frischem Geld lässt sich dann am Ende sicherlich auch die ein oder andere Herausforderung noch besser meistern.

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