Märkte wollen erobert werden

Blickfeld ist der Gewinner unseres Top 50-Start-up-Rankings 2019. Im Interview verrät Co-Founder Florian Petit, wie er und sein Team der Corona-Krise begegnen und wie kontinuierliche Weiterentwicklung zum Erfolg führt.

Florian Petit, Co-Founder von Blickfeld

Hallo Florian, wie meistert ihr aktuell die Corona-Krise?

Florian von Blickfeld: Uns ist der Austausch im Team sehr wichtig. Wir halten regelmäßige reguläre Meetings, aber auch Stand-ups und Digital Coffees ab, und halten uns so gegenseitig auf dem Laufenden und Up to date.

Ganz wichtig ist dabei auch, dass Probleme, die durch die aktuelle Lage auftauchen, gleich angesprochen werden, damit gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden kann.

In der Entwicklung unserer Technologie und unseres Cubes geht es weiter mit Vollgas zur Sache, da spürt man nichts von der Krise. Mit der Begeisterung für das Produkt und die Anwendungen kommt die Motivation praktisch automatisch!

Und wie lauten eure Pläne nach der Corona-Zeit?

Florian von Blickfeld: Für uns steht der Kundenkontakt immer im Fokus, aber gerade ist er wichtiger denn je. Wir sind in sehr engem Austausch, um die Situation unserer Kunden zu verstehen und herauszufinden, was sie nun benötigen und ob sie in der Lage sind, Projekte zügig wieder hochzufahren. So können wir auch unsere eigenen Kapazitäten besser planen.

Das klingt vorausschauend. Stelle uns doch bitte noch kurz euer Unternehmen vor.

Florian von Blickfeld: Blickfeld ist ein Münchner Deep-Tech-Start-up, das 2017 von Mathias Müller, Rolf Wojtech und mir gegründet wurde. Wir entwickeln 3D-Sensorik für hochpräzise Umfelderkennung, so genannte LiDAR (Light Detection and Ranging)-Sensoren. Diese kommen etwa im autonomen Fahren sowie in Smart City-, Security- oder Industrie-Applikationen zum Einsatz.

Über die letzten drei Jahre ist unser internationales Team auf mehr als 100 ausgewiesene Experten aus den Bereichen Optik, MEMS, Produktion, Qualifizierung und Software angewachsen.

Welchen beruflichen Hintergrund habt ihr?

Florian von Blickfeld: Wir haben alle drei an der Technischen Universität München studiert und kennen uns schon sehr lange. Mathias kommt aus dem Bereich der optischen Messtechnik und verantwortet bei Blickfeld die Technologie-Entwicklung und Strategie. Rolf ist unser Chief Software Architect und entwickelt den Blickfeld Software-Stack.

Die beiden haben bereits ein erfolgreiches Sensor-Start-up gegründet, die fos4X GmbH. Ich selber komme aus der Robotik und habe mich viel damit beschäftigt, wie Roboter ihre Umgebung wahrnehmen. Und da (autonome) Fahrzeuge letztendlich auch nichts anderes als Roboter sind, fiel mein Blick schnell auf LiDAR-Sensoren.

Was ist euer USP?

Florian von Blickfeld: LiDAR ist keine neue Technologie, sondern besteht tatsächlich schon seit den 1960er Jahren. Mit den Anfängen der autonomen Fahrfunktionen hat die Technologie einen neuen Aufschwung erfahren, da die zuverlässige und direkte Umfelderfassung in 3D nötig ist, um Fahrzeuge selbstständig fahren zu lassen. Das Problem bisheriger LiDAR-Sensoren ist ihre Komplexität: Bisherige Geräte waren zu teuer und zu groß, um sie in Zukunft in jedes Fahrzeug mit automatisierten Fahrfunktionen einzubauen.

Daher haben wir bei Blickfeld einen LiDAR-Sensor mit einem deutlich vereinfachten Aufbau bei hoher Leistung entwickelt, der hochautomatisiert produziert werden und damit den automobilen Massenmarkt bedienen kann.

Unsere Kernkomponente ist dabei ein Siliziumbauteil, ein MEMS-Spiegel. Vorteile von Silizium sind hohe Präzision, Zuverlässigkeit und Fertigbarkeit.

Welche konkreten Pläne habt ihr für die nächsten zwei bis drei Jahre, sobald die Corona-Krise vorüber ist?

Florian von Blickfeld: Wir haben im vergangenen Jahr gemeinsam mit einem Partner erfolgreich unsere Produktionslinie gestartet. Das weitere Hochfahren der Produktion unserer Sensoren und natürlich ihr Verkauf ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit aktuell und in den nächsten Monaten und Jahren.

Zudem entwickeln wir unser Produkt kontinuierlich weiter und schauen bereits auf viele weitere Anwendungen und Märkte.

Wir haben mehr als 27 Märkte mit über 100 Anwendungen identifiziert, in denen unsere Technologie einen Mehrwert darstellen kann. Und diese wollen erobert werden!

Welche Tipps könnt ihr anderen Gründern auf ihrem Weg ins Unternehmertum mitgeben?

Florian von Blickfeld: Das Wichtigste beim Gründen ist es, eine gute Idee zu haben und von ihr komplett überzeugt zu sein. Brennt ihr für die Idee, springt der Funke schnell auf Mitarbeiter, Kunden und Investoren über – und solche Partner braucht ihr!

Für uns war es zudem sehr hilfreich, dass Mathias und Rolf bereits Erfahrung in der Gründung von Start-ups hatten. Somit: Start-up-Erfahrung sowie Interdisziplinarität bereichern das Gründungsteam und können die ersten Schritte erleichtern.

Wenn ihr diese Expertise nicht im eigenen Team habt, ist Networking umso wichtiger.

Durch die Teilnahme an Meet-ups, Panel-Diskussionen oder Branchenevents haben sich für uns schon so manches Mal unerwartete Chancen und Möglichkeiten ergeben.

Vielen Dank für das Interview, Florian!

Keyfacts über Blickfeld

  • Gegründet im Jahr: 2017
  • Firmensitz in: München
  • Unser aktuelles Team besteht aus: 100 Mitarbeitern
  • Die erste Finanzierung erfolgte durch/über: Fluxunit (Coporate Venture Zweig von Osram), High-Tech Gründerfonds, Tengelmann Ventures und Unternehmertum Venture Capital Partners über $ 10 Millionen
  • Besonders wichtig im Arbeitsalltag sind für mich/ uns folgende:
    • Menschen: Motivierte Mitarbeiter
    • Tools: CRM, Ticketsystem, LinkedIn

Kontakt

Florian Petit
Blickfeld GmbH, Barthstr. 12, 80339 München

+49 89 230 6935 00
info@blickfeld.com
www.blickfeld.com

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