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Acht Fakten aus dem Deutschen-Startup-Monitor 2021, die jeder Gründer kennen sollte

Soeben ist der Deutsche-Startup-Monitor 2021 erschienen. Dafür hat der Bundesverband Deutsche Startups gut 2000 neu gegründete Unternehmen mit über 5000 Gründern befragt. Die Ergebnisse erlauben tiefe Einblicke in den Zustand der deutschen Start-up-Szene. Wir haben acht Punkte analysiert, die für Start-up-Gründer besonders wichtig sind.

DSM Länder

1. Fast jedes dritte Start-up kommt aus der IKT

Bei den Start-ups gibt das Internet immer noch den Takt an. Allein 30,5 Prozent sämtlicher Start-ups kamen im vergangenen Jahr laut dem Deutschen-Startup-Monitor aus der Informations- und Kommunikationstechnologie – vulgo auch als Digitalbranche bekannt. Auf Platz zwei folgt mit 10,6 Prozent die Medizin- und Gesundheitsbranche. Das gute Abschneiden des Sektors Ernährung und Nahrungsmittel/Konsumgüter mit 9,8 Prozent dürfte auf den Boom der Lieferdienste sowie auf den digitalen Handel zurückgehen.

2. Die meisten Start-ups kommen aus NRW

18,5 Prozent sämtlicher deutscher Start-ups wurden im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen gegründet. Darauf folgen Berlin mit 17,1 Prozent und interessanterweise 15,7 Prozent aus Baden-Württemberg. Dagegen schaffte es Bayern mit 11,7 Prozent nur auf den vierten Platz. Offensichtlich fällt die Zahl der Start-up-Gründungen in Deutschlands bevölkerungsmäßig zweitgrößtem Bundesland außerhalb Münchens eher gering aus.

Von gewisser Bedeutung sind noch Niedersachsen mit 8,1, Hamburg mit 6,9 und Hessen mit 6,5 Prozent. Allein diese sieben Bundesländer vereinigen auf sich 84,5 Prozent aller Start-up-Gründungen. Bleibt für die restlichen neun wenig übrig.

3. Start-up-Gründerinnen bleiben Minderheit

Der Start-up-Sektor scheint immer noch wenig attraktiv für Frauen zu sein. Der Anteil der Gründerinnen liegt laut dem Deutschen Startup-Monitor bei mageren 17,7 Prozent. Dagegen beträgt der Anteil der Gründerinnen an sämtlichen Gründungen – also auch jenseits des Start-up-Sektors – 38 Prozent. Immerhin legte der Anteil der Start-up-Gründerinnen gegenüber dem Vorjahr um fast 2 Prozentpunkte zu.

4. Große Bedeutung staatlicher Hilfsmittel

Ein besonders interessantes Ergebnis betrifft die Finanzquellen. Wie nicht anders zu erwarten, greifen dreiviertel der Start-up-Gründer (74,9 Prozent) auf Erspartes zurück. Überraschend ist hingegen, dass auf Platz 2 mit 43,2 Prozent staatliche Fördermittel folgen. 22 Prozent stützen sich auf Family, Friends (and Fools – aber letztere werden vom Deutschen-Startup-Monitor nicht erwähnt). Immerhin 21,4 Prozent generieren schon einen operativen Cashflow.

5. Die meisten Teams finden sich an den Unis

Start-up-Gründungen finden bis auf wenige Ausnahmen im Team statt. Doch wo finden sich gleichgesinnte Co-Founder? Laut dem Deutschen-Startup-Monitor haben sich die meisten Gründer (36,4 Prozent) an der Hochschule kennengelernt. Auch der Freundeskreis spielt mit 34,5 Prozent eine wichtige Rolle. Immerhin 28,2 Prozent haben sich bei einem vorherigen Arbeitgeber getroffen. Aktive Kontaktsuche und Networking kommen auf 23 Prozent. Bei einem Event haben sich 7,8 Prozent getroffen. (Die Summe der Angaben liegt über 100 Prozent, weil Überschneidungen weit verbreitet sind. So kann man sich von der Uni kennen UND befreundet sein.)

6. Ein Viertel aller Start-up-Gründer von nur 10 Unis

Unter Deutschlands Hochschulen gibt es eine kleine Auswahl an Start-up-Kaderschmieden. So kommen laut dem Deutschen-Startup-Monitor allein 24,2 Prozent der Gründer von zehn Hochschulen.

Dabei haben wieder einmal die technischen Hochschulen die Nase vorn. Unter den Top4 finden sich allein drei Technische Universitäten. Wie auch schon im EXIST-Ranking liegt die Rheinische-Westfälische Technische Hochschule Aachen mit 5,3 Prozent aller Start-up-Gründer auf dem ersten Platz. Auf den Plätzen drei und vier folgen ebenfalls Altbekannte: die TU München und das Karlsruher Institut für Technologie.

Nur auf den ersten Blick überrascht, dass die WHU anders als beim EXIST-Ranking den zweiten Platz eroberte. Gilt die kleine Privathochschule spätestens seit dem Erfolg der Samwer-Brüder, von denen einer dort studiert hat, als Kaderschmiede.

Die restlichen Top10-Platzierungen gehen an Großuniversitäten aus Münster, München, Berlin und Hamburg.

DSM Unis

7. Die meisten Gründer kommen aus MINT-Fächern

Da die Technischen Hochschulen sich die Spitzenränge teilen, verwundert es kaum, dass die meisten Gründer mit 45,7 Prozent aus den MINT-Fächern stammen. In dieser Kategorie liegen die Ingenieurswissenschaften mit 22,4 Prozent immer noch an erster Stelle. Hieran zeigt sich ebenfalls, dass Deutschland ein wichtiger Engineering-Hub ist. Erst an zweiter Stelle kommen die Informatikstudiengänge und Mathematik mit 13,3 Prozent. Weitere 10 Prozent haben Naturwissenschaften studiert.

Doch rein zahlenmäßig liegen die Wirtschaftswissenschaften mit 41,6 Prozent immer noch weit vorn. Dabei gilt es zu beachten, dass bei den Gründerteams von Start-ups üblicherweise ein Gründer mit kaufmännischem Hintergrund geradezu Pflicht ist. Denn selten bringen die Absolventen der MINT-Fächer genügend betriebswirtschaftliches Know-how mit.

8. Berlin ist für Ausländer am attraktivsten

In Sachen Attraktivität für Beschäftigte aus dem Ausland hat die Hauptstadt eindeutig die Nase vorn. Immerhin 45,4 Prozent der Berliner Start-up-Arbeitskräfte bringt einen Migrationshintergrund mit. In München und Hamburg sind es dagegen lediglich 36 bzw. 25,4 Prozent. Da angesichts des deutschen Fachkräftemangels Experten aus dem Ausland unerlässlich sind, hat Berlin hier einen deutlichen Standortvorteil.

Weniger überraschend ist hingegen, dass mit 24,1 Prozent die meisten ausländischen Start-up-Beschäftigten in Berlin aus dem restlichen Europa stammen. In der Hauptstadt kommen aber immerhin 5,2 Prozent aus Nordamerika und 8,2 Prozent aus Asien.

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