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Von start2grow in die Höhle der Löwen

Im Gespräch mit Nils Freyberg von Cropfiber

Der bundesweite Gründungswettbewerb start2grow richtet sich an Gründerinnen und Gründer mit einer innovativen, digitalen oder technologischen Geschäftsidee. Im Jahr 2020 stand Nils Freyberg mit seinem Team bei start2grow auf dem Siegertreppchen. Seitdem entwickeln sie ihren Technologie- und Werkstoffträger, eine Dachbox aus nachhaltigen Naturfasern, stetig weiter und waren vor kurzem sogar im TV-Format „Die Höhle der Löwen“. Im Gespräch erzählt uns Nils von seinen Erfahrungen, seinen nachhaltigen Faserverbund-Leichtbau-Produkten und was Dortmund als Gründungsstandort im Ruhrgebiet ausmacht.

Cropfiber
Nils Freyberg von Cropfiber

Nils, ihr habt vor kurzem in der Höhle der Löwen gepitcht und einen Werkstoff aus nachhaltigen Naturfasern sowie eure Marke Asphaltkind vorgestellt. Durch den Auftritt hattet ihr eine große mediale Plattform, was hat sich seitdem bei euch verändert?

Kurz gesagt, uns haben extrem viele Anfragen erreicht. Interessanterweise waren auch sehr viele Anfragen von interessierten Unternehmen dabei. Viele Unternehmen aus ganz verschiedensten Märkten und Branchen haben sich für unser Know-how der Endfertigung und unsere Expertise im Bereich Engineering interessiert. Letztendlich haben sich viele gemeldet, die ihre Bauteile und Produkte mit uns gemeinsam weiterentwickeln möchten. Das war auch unsere grundsätzliche strategische Herangehensweise bei der Höhle der Löwen. Wir haben die Dachbox als Kernprodukt und damit ein Beispiel für die dahinterstehende Technologie und den Naturfaser-Werkstoff vorgestellt. Auf dieser Basis kommen nun weitere Anfragen, mit denen wir unser Angebot weiterentwickeln können und wollen.

Die Höhle der Löwen war natürlich nicht euer erster Pitch. 2020 seid ihr beim bundesweiten Gründungswettbewerb start2grow auf dem Treppchen gelandet. Wie haben euch der Wettbewerb und das Netzwerk auf die Herausforderungen eines Start-ups vorbereitet?

Wir haben bei start2grow einen unserer ersten Pitches gehalten und waren für jede Möglichkeit dazu dankbar. Die Teilnahme und das Feedback  haben uns auf jeden Fall sehr geholfen. Auch die Betreuung und Unterstützung rund um den Businessplan waren extrem hilfreich. Durch die Teilnahme am Gründungswettbewerb haben wir uns gezielt mit Zahlen und Unternehmenszielen auseinandergesetzt, was wir sonst vielleicht in der intensiven Form noch lange nicht getan hätten. Genau das sind Sachen, die bei der Höhle der Löwen abgefragt werden, Umsatzzahlen, Gewinne, die Ziele eines Unternehmens. Alles muss kurz und prägnant vorgestellt werden und dementsprechend hat uns die Teilnahme bei start2grow ein entscheidendes Stück weitergebracht und gut auf alles weitere danach vorbereitet.

Und dadurch, dass wir unter die ersten Drei gekommen sind, wurden unsere Idee und unser Vorhaben durch Expertinnen und Experten positiv bestätigt. Das hat uns natürlich Selbstvertrauen gegeben, welches wir dann bei der Höhle der Löwen auch zeigen wollten. Letztendlich können wir immer sagen, dass wir in einem bundesweiten Gründungswettbewerb schon etwas gewonnen haben. Dementsprechend war es die richtige Entscheidung, dass wir damals mitgemacht haben.

Innovative Ideen allein reichen nicht. Im besten Fall enden solche Innovationsprozesse nie. Ihr seid mit einer reichweitenoptimierten Leichtbau-Dachbox aus Naturfasern gestartet und entwickelt gerade ein weiteres Produkt. Worauf dürfen wir uns freuen?

Die Dachbox ist erst der Beginn gewesen, unser kleines Baby irgendwie. Und aus dem Werkstoff der Dachbox entsteht jetzt die Hülle einer Wallbox, um Elektroautos zu laden. In dem Bereich spielt natürlich das Thema Nachhaltigkeit generell eine große Rolle, aber auch im Fertigungs- und Engineeringbereich, wo unser Know-how sehr viel Zuspruch erfährt, können und wollen wir uns weiterentwickeln. Wichtige Themen sind da aktuell zum Beispiel die richtige Zusammensetzung des Faserverbund-Aufbaus, Aspekte des Brandschutzes und wie man die Anforderungen alle unter einen Hut bekommt, ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren.

Ihr habt euren Unternehmenssitz der Cropfiber GmbH in Dortmund. Was macht das Ruhrgebiet und insbesondere Dortmund als Gründungsstandort deiner Meinung nach aus?

Der Vorteil in Dortmund bzw. im Ruhrgebiet ist die Vielzahl der hiesigen Hochschulen, was uns eine immense Auswahl an Fachkräften bietet, mit denen wir zusammenarbeiten können. Zudem haben wir sehr gute Konzerne im Umkreis, die viel Potenzial hier im Ruhrgebiet darstellen und mit denen wir zukünftig kooperieren können.

Dann haben wir im Ruhrgebiet aber auch sehr viele kleine- und mittelständische Unternehmen, die hier angesiedelt sind und interessant sein können. Aber vor allem ein Merkmal ist nicht zu unterschätzen: Die Mentalität der Menschen hier ist großartig und es zeigt sich immer wieder, wie offen man doch für Neues ist und den Wandel aktiv mitgestalten kann. Das Ruhrgebiet an sich hat sich in den letzten Jahren permanent verändert und vor allem weiterentwickelt. Dortmund hat sich als technologisch-innovativer Standort etabliert und bietet genau die richtigen Voraussetzungen für uns.

Inwieweit unterstützen Wettbewerbe und Strukturen des Ruhrgebiets, wie start2grow oder ähnliche Netzwerke, junge Start-ups?

Start2grow hat uns sehr dabei unterstützt, ein Netzwerk aufzubauen und gezielt Kontakte zu vermitteln, die uns weitergeholfen haben. Auch der Ruhr:hub bietet Unterstützung für Start-ups durch Vernetzungsmöglichkeiten mit namhaften Unternehmen. All das ist für ein Start-up wie uns natürlich viel Wert. Über solche Initiativen kann Start-ups und der Wirtschaft im Ruhrgebiet nachhaltig geholfen werden.